Fischteiche in Eschede und Umgebung

Ende des 19. Jahrhunderts begann im Escheder Raum der Aufschwung der Teichwirtschaft. Seit gut 100 Jahren wird also um Eschede Fischzucht betrieben. Die Ursprünge sind aber schon früher gelegt worden.

So waren beim Eisenbahnbau um 1845 nördlich vom Eschede große Wasserflächen entstanden. Hier waren Sandvorkommen zum Aufschütten des Bahndammes ausgebeutet worden. Eisenbahnbedienstete nutzen die Gewässer in ihrer Freizeit und machten um die Jahrhundertwende richtige Fischteiche daraus. Später betrieb die Familien von Loebenstein hier hauptsächlich Forellenzucht.

Als erster legte bei Endeholz der Hofbesitzer Drangmeister auf sumpfigem Gelände Karpfenteiche und eine kleine Forellenbrutanstalt an. Der in den 1890er Jahren aus der Niederlausitz eingewanderte Fischzüchter Oscar Petzsch schuf an der Drelle bei Lohe eine bedeutende Teichanlage, die heutigen Loher Teiche. In der Gemarkung Rebberlah baute Forstmeister Kayser zusammen mit dem Apotheker Guth 1897 das Teichgut Wildeck, das sich schnell zu einem beliebten Ausflugsziel entwickelte.

Ab 1903 entstanden die heutigen Aschauteiche. Der Wanderlehrer für Fischerei, Giesecke, von der Landwirtschaftskammer Hannover hatte hierzu die Entwürfe geliefert. 1928 wurden in Aschauteiche Zeilkarpfen gezüchtet, die zwar gute Erträge versprachen, aber in der zweiten Generation nicht fortpflanzungsfähig waren.
Ab 1934 bis in die 60er Jahre wurden in Aschauteiche Teichwirte in Theorie und Praxis ausgebildet. Heute erstreckt sich die Anlage, die mehrfach erweitert wurde und über 50 Teiche umfasst, beiderseits der Bundesstraße 191. Die Fischspezialitäten aus Aschauteiche wissen viele Feinschmecker zu schätzen.

Giesecke stellte 1907 für Hofbesitzer Bühmann aus Rebberlah auch die Pläne für eine Fischteichanlage am Quarmbach nordwestlich der Bahnlinie auf. Jenseits der Bahn gab es zu diesem Zeitpunkt schon die Fischteiche, die zum Habighorster Rittergut gehörten. Diese Teiche dürften sehr alt sein, denn schon im 15. Jahrhundert trieb der kleine Bach die Quarmühle an und dürfte zu diesem Zweck aufgestaut worden sein.

Die "neue" Quarmühle mit Restaurant und Kaffeegarten hatte vor allem in den Wirtschaftswunderjahren einen überregionalen Ruf als lohnendes Ausflugsziel. Die Teiche luden zum Baden oder zum Erkunden per Paddel- oder Tretboot ein. In den 80er Jahren verfiel die Quarmühle, ein Feuer besiegelte ihr Schicksal endgültig.

Heute sind rund 1,8 Prozent der Fläche der Samtgemeinde Eschede Teiche, immerhin 348 Hektar. Da findet sich für den Urlauber oder Wanderer so manche beschauliche Idylle.