Bergbau in Höfer von 1910 bis 1977

Gut 60 Jahre lang wurde in Höfer, anfangs auch in Habighorst, Steinsalz und Kali abgebaut. Die Bergbauära in der Samtgemeinde Eschede endete 1977.

Erdfälle wie die Kriegerkuhle oder die Zwerchkuhle ließen vermuten, dass es in Höfer und Umgebung abbauwürdige Salzvorkommen gab. 1906 wurde deshalb die Gewerkschaft Mariaglück in Höfer gegründet. Bei einer ersten Probebohrung auf dem Heuberg wurde ein bis auf 150 Meter unter die Erdoberfläche gepresster Salzstock festgestellt. Weitere Bohrungen wurden auf den Salzstock niedergebracht.

1910 trafen die ersten Bergleute in Höfer ein, um mit der Abteufung der Schächte Mariaglück in Höfer und Fallersleben auf der Habighorster Höhe zu beginnen. 1911 erfolgte der erste Spatenstich. Im selben Jahr wurde die Bergbaugesellschaft Mariaglück gegründet. 1916 nahm die Schachtanlage Habighorst eine bescheidene Kali- und Steinsalzförderung auf.

Zwischen 1918 und 1922 wurden die beiden Schachtanlagen untertage miteinander verbunden. 1922 wurde auch in Höfer die Förderung aufgenommen. Zwei Jahre später wurde der Schacht Habighorst auf Grund des Kali-Wirtschaftsgesetzes von 1919 stillgelegt und diente seither nur noch als Wetter- und Reserveseilfahrtschacht.

1943 wurde mit rund 241000 Tonnen (überwiegend Steinsalz) eine Rekordproduktion erzielt. Während des 2. Weltkriegs wurden in den Kammern untertage von verschiedenen ausgelagerten Firmen auch Rüstungsgüter produziert.

1951 beschäftigte der Schacht 420 Mitarbeiter. 1958/59 wurde die Tiefe von 730 Meter auf 910 Meter gebracht. Im Trichterabbau wurde in Mariaglück das Steinsalz gewonnen. Dabei entstanden bis zu 60 Meter lange und bis zu 150 Meter hohe Kammern, zwischen denen 30 Meter starke Gebirgspfeiler stehen blieben. 1970 wurde die Kaliförderung eingestellt.

Der letzte Förderwagen voller Salz verließ am 8. Juli 1977 den Schacht Mariaglück. In einer kleinen Abschiedsfeier erklärte der damalige Direktor Dr. Dietrich Lindenmayer, dass das Werk während seines Bestehens rund 13,2 Millionen Tonnen Steinsalz und Kali gefördert habe. Untertage blieb ein Hohlraum von rund 5 Millionen Kubikmetern zurück. Lange wurde befürchtet, dass in Höfer eines Tages Sondermüll eingelagert werde. Nach und nach verschwanden auf dem Schachtgelände, wie zuvor schon auf der Habighorster Höhe, die Produktionsanlagen. Der Förderturm von Mariaglück fiel am 30. Juni 2001.

Heute erinnert neben dem Haupttor des ehemaligen Schachtgeländes nur noch eine alte Seilscheibe und ein Förderwagen an die Bergwerksära in Höfer.

Seilscheibe mit Förderwagen
Abriss im Juni 2000