Der Name der Siedlung Burghorn ist einer alten Flurbezeichnung entlehnt. Auf der Karte der Kurhannoverschen Landesaufnahme aus dem 18. Jahrhundert ist hier der Borghorn-Berg eingetragen. Alte Fracht-Wege sind eingezeichnet, und auf der Anhöhe ein Gerichtsplatz. Hier stand wohl ein Galgen, der Frachtfahrer und Reisende die Konsequenzen des Verbrechens abschreckend vor Augen führte.

1926 gründete sich unter dem Namen Rollmannshof ein Gutshof.
1928 war das Herrenhaus des Gutshofes fertiggestellt.

Von ca. 1935 bis 1940 war der Gutshof Sitz der Gewürzfabrik Beisse. Während dieser Zeit wurde der Weg von der heutigen Bundesstraße 191 bis zur Kreuzung Habighorst-Hornshof, also der heutigen Siedlung Burghorn, in Eigenregie ausgebaut.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs zogen Flüchtlinge nach hierher und die Aufteilung von Burghorn begann. Landwirtschaftliche Vollerwerbsbetriebe mit 80-100 Morgen Land je Hof entstanden und begründeten so die neue Siedlung Burghorn.

1950 wurden mit Hilfe der Landwirtschaftskammer Hannover weitere landwirtschaftliche Vollerwerbs- und Nebenerwerbsbetriebe gegründet.

Im abgeschiedenen, stattlichen Herrenhaus des Gutes hatte während des Zweiten Weltkrieges Generalleutnant Feuchtinger gestohlene Luxussachen aus dem besetzten Frankreich untergebracht. In diesem Landhaus fand nun der greise Generalfeldmarschall August von Mackensen (1849-1945), einer der schillerndsten Figuren in der deutschen Militärgeschichte, sein Domizil, nachdem er von seinem Gut in der Uckermark am 1. Februar 1945 geflüchtet war.

Am 15. April 1945 befreiten die Engländer das Konzentrationslager Bergen-Belsen und meldeten gleichzeitig, dass der legendäre Heerführer des Ersten Weltkriegs nun unter ihrer Kontrolle war. Das war sogar dem Schriftsteller Thomas Mann in seinem Exil in Amerika eine Tagebuch-Notiz wert: "Gefangennahme des Feldm. von Mackensen". Derweil lebte das greise Fossil aus der Kaiserzeit unbehelligt in Burghorn. Aber persönlich war ihm fast nichts geblieben, er war mittel- und heimatlos.

Außerdem wollte der Industrielle August Beisse aus einem Nebengebäude wieder in das Herrenhaus einziehen. Eine der letzten Freuden war für den Feldherrn ein Besuch der Kaisertochter Viktoria Luise mit ihrem Gatten Herzog Ernst August und allen vier Söhnen am 7. September 1945. Am 8. November 1945 verstarb August von Mackensen in Burghorn und wurde einige Tage später auf dem Stadtfriedhof Celle unter den Augen einer kleinen Trauergemeinde ohne jegliche militärische Zeremonien beerdigt. Aber das Haus Hohenzollern erwies ihm die letzte Ehre: Viktoria Luise, die Tochter Wilhelms II., war per Anhalter auf einem Lastwagen zu der Beerdigung gekommen.

In der Nachkriegszeit diente das Gutshaus auch anderen Flüchtlingen als Unterkunft, unter anderen dem bekannten Tibetforscher Dr. Schäfer, der Dezember 1949 nach Venezuela auswanderte.

1950 wurde in dem mittlerweile von einer staatlichen Siedlungsgesellschaft angekauften Gutshaus unter der Leitung von Frau von Felbinger ein Kinderheim eingerichtet, später dann eine Gaststätte.

1964 kam das Gutshaus Burghorn in privaten Besitz.

Gutshaus Burghorn

 

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