Max Böcker wurde am 7. März 1883 in Annaburg im Landkreis Torgau in Sachsen geboren. Nach der Schule besuchte er drei Jahre lang die Präparanden-Anstalt für die Lehrerausbildung in Delitzsch und anschließend drei Jahre das  königlich-evangelische Schullehrer-Seminar in Verden an der Aller. Nach bestandener erster Lehrerprüfung 1903 kam Max Böcker als zwanzigjähriger Junglehrer auf seine erste Lehrer-Stelle an der Volksschule in Eschede. Hier legte er 1906 seine zweite Lehrerprüfung ab. 42 Jahre lang bis zu seinem Lebensende am 8. Mai 1945 blieb er Lehrer in Eschede.

Neben seinem Beruf interessierte sich Max Böcker für Volkskunde und legte breit gefächerte volkskundliche und vorgeschichtliche Sammlungen an. Viele Museen in der Region, so auch das Bomann-Museum in Celle, hat er mit seinen Fundstücken bereichert. 1936 wurde er vom Celler Landrat zum ehrenamtlichen "Pfleger für vorgeschichtliche Bodenaltertümer" bestellt. Mit dem Escheder Kunstmaler Albert König verband ihn eine lebenslange Freundschaft.

Am Nachmittag des 8. Mai 1945 erhängte sich Max Böcker an einer Eiche an einem seiner Lieblingsplätze an der Aschau in Eschede. Als Mitglied der NSDAP, der SA und weiterer nationalsozialistischer Organisationen hatte Max Böcker offensichtlich Angst, dass er "vom Engländer" abgeholt werden würde. Unter großer Teilnahme der Bevölkerung wurde er am 11. Mai 1945 auf dem Escheder Friedhof beigesetzt.

In den Erinnerungen der Menschen, die Max Böcker noch kennen gelernt haben, hat er sich als Original oder Sonderling erhalten. Noch heute ist er im Ort ein Begriff.

Die Geschichte von Max Böcker haben Wolfgang Buhr, Volker Probst und Hermann Geffcken in ihrem 1995 erschienenen Buch "Max Böcker (1883-1945)" nachgezeichnet, das 1995 als Band 6 in der Reihe "Aus der Geschichte der Samtgemeinde Eschede" erschienen ist.



Max Böcker im April 1943


Max Böcker auf einem Holzsschnitt seines Freundes Albert König aus dem Jahr 1911.