Lehrer und Schriftsteller, am 27. November 1886 als Sohn eines Ziegelmeisters in Eschede geboren. Im Januar 1900 stirbt die Mutter, ein Jahr später folgt ihr der Vater ins Grab. Otto Rodehorst kommt mit seinem älteren Bruder Karl nach Scheuen zu einem Onkel, der ihr Vormund wird.

1903 schickt ihn der Onkel auf die Lehrer-Vorbereitungsanstalt nach Eversen, für ein von Otto gewünschtes Theologie-Studium fehlen die finanziellen Mittel.

1906 wird Otto Rodehorst im Northeimer Lehrerseminar aufgenommen. Hier beginnt er seine Erzählung "Dahlhofs Jüngster". Es ist offenbar der Versuch, seine schmerzlichen Kindheitserlebnisse schreibend aufzuarbeiten. Nach bestandener Abschlussprüfung wird Otto Rodehorst für ein Jahr als Junglehrer nach Sarstedt geschickt.

1907 nimmt Otto Rodehorst eine Auslandsstelle in Rumänien an und unterrichtet zwei Jahre an der deutschen Schule in Galatz. Hier schreibt er "Dahlhofs Jüngster" zu Ende. 1909 wechselt er nach Bukarest und unterrichtet hier an der deutschen Schule. Von Rumänien aus unternimmt er viele Reisen, die ihn nach Marokko, Ägypten, Rußland und in die Türkei führen.

1912 unterbricht Otto Rodehorst kurz seinen Auslandsaufenthalt, um in Hannover die Mittelschullehrer-Prüfung abzulegen. Im selben Jahr verlobt er sich mit Marie Ernst, der Großtochter des Escheder Ziegelbesitzers Schütze.

1913 kehrt Otto Rodehorst vom Auslandsschuldienst nach Deutschland zurück und heiratet am 11. Oktober in Harburg Marie Ernst. Er wird Leiter der Vorschule und Gesangslehrer des Realgymnasiums in Nienburg.

1914 meldet sich Otto Rodehorst bei Kriegsausbruch sofort freiwillig an die Front, wird aber nicht genommen. Er versieht weiter seinen Schuldienst und schreibt seine Erzählung "Und wenn die Welt voll Teufel wär!".

1915 erhält Otto Rodehorst in Hildesheim eine militärische Ausbildung und wird im Oktober als Kriegsberichterstatter an die Front nach Frankreich geschickt. Mitte des Jahres 1916 wird er nach Wolhynien abkommandiert, Ende des Jahres nach Bukarest, wo er wegen seiner rumänischen Sprachkenntnisse als Hilfsarbeiter im Generalstab des Heeres dient.

Am 31. Oktober 1917 stirbt Otto Rodehorst im Feldlazarett von Bukarest an den Folgen einer Blutvergiftung. Er wird zunächst in Bukarest beigesetzt, später lässt seine Frau aber den Sarg in die Heimat überführen. Am 22. April 1918 findet Otto Rodehorst in Harburg auf dem Friedhof an der Bremer Straße seine letzte Ruhestätte.

Anfang der 1960er Jahre wird im Escheder Neubaugebiet zwischen Langem Feld und Rebberlaher Straße in Eschede eine Straße nach Otto Rodehorst benannt.