Lage:

Die Ortschaft Weyhausen liegt inmitten des Forstes Lüß zwölf Kilometer nordöstlich von Eschede an der Bundesstraße 191 (Celle-Uelzen).

Erwähnenswert:

Das "Haus in der Heide", ein privates Pflegeheim, hat sein Haupthaus in einem 1840 errichteten Gehöft des ehemaligen Grauen-Hofes.
Die Scheune an der Kreuzung in Weyhausen stammt ebenfalls noch von dem Grauen-Hof. Sie wurde um 1660 erbaut und ist nach Einschätzung von Fachleuten nach Qualität und Erhaltungszustand ein bedeutendes Baudenkmal.

Die inzwischen aufgelöste Revier-Försterei Eschede-Weyhausen hatte ihren Sitz in dem Forsthaus an der Straße nach Unterlüß. Dieses Forsthaus wurde Ende des 18. Jahrhunderts gebaut. Sein Kellergewölbe stammt vermutlich noch von einem herzoglichen Jagdschloss, das mit zahlreichen Nebengebäuden einst in Weyhausen stand. Hinter dem Forsthaus ist noch ein großer Brunnen aus dieser Zeit erhalten.

Einwohnerzahlen:

Weyhausen hatte 1821 30 , 1848 81, 1905 48 , 1939 46 , 1946 153 , 1961 88 und 2000 94 Einwohner.

Aus der Chronik

Grauen-Hof:

Weyhausen ist aus einem Einzelhof entstanden, dem Grauen-Hof. Als in einem Viehschatzregister 1589 der Hof mit Helmeke Gruman als Besitzer erstmals urkundlich erwähnt wird, gehört er bereits zu den damals reichsten in der Heide. Nordöstlich vom Hof entsprang früher die Lutter, südlich nahm der kleine Heidebach Ahrbeck seinen Ursprung, der in die Lutter fließt. In diesen Flusstälern gab es Weide genug, und so hat wohl Weyhausen seinen Namen bekommen.

Bei aller Einsamkeit lag der Hof nicht abgelegen, viele alte Heer- und Frachtstraßen liefen daran vorbei. Durch den Söltergrund führte der alte Salzfahrerweg Richtung Marwede. Der Reuterweg verlief südlich von Schelploh im Luttertal entlang. Von dort her kam der Seitenweg der Heerstraße Braunschweig-Hamburg, die nördlich von Weyhausen etwa mit der alten Gaugrenze verlief. Denn dort trafen sich früher der Bardengau und der Gretingegau, später die Grenzen der Ämter Bodenteich, Beedenbostel und Hankensbüttel. Die alten Wege brachten viel Verkehr und der Krugwirtschaft im Grauen-Hof Geld in die Kasse.

Die Schafhaltung auf dem Hof war schon früher sehr ausgeprägt und die Anzahl der Schafe erweiterte sich auf 4000 Tiere, nachdem Georg Friedrich Michaelis aus Wohlenrode auf den Hof eingeheiratet hatte. Zum Hof gehörten fast 6000 Morgen Wald, soviel Boden, wie manch größeres Dorf nicht hatte. Das brachte der Hofbesitzerin Erika Michaelis den Beinamen "Heidekönigin" ein.

Brinksitzer-Stelle:

Eine Brinksitzerstelle war 1741 in Weyhausen hinzugekommen.

Jagdschloss:

Das herzogliche Jagdschloss Weyhausen entstand ab Mitte des 17. Jahrhunderts. Im Laufe eines halben Jahrhunderts wurde die Anlage immer umfangreicher. Anfangs gehörten zu dem zweigeschossigen Herrenhaus und dem Kavalierhaus noch der Marstall, die Schmiede, Wagenschauer und Küchengebäude. Ein Inventarium aus dem Jahre 1707 wies dann vierzehn Gebäude aus.
Mitte der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts begannen die Abbrucharbeiten an der Jagdschloss-Anlage. Viele Materialien wurden für andere Gebäude wiederverwendet: so für das Forsthaus in Helmerkamp, die Papierfabrik in Lüneburg, den Grauen-Hof in Weyhausen. Der Marstall des Jagdschlosses soll als Zehntscheune beim Amtshof in Beedenbostel wiederaufgebaut worden sein. Dieses - mittlerweile abgebrannte - Gebäude trug die Jahreszahl 1671.