Die Verwirklichung

Eine Gedenkstätte für die ICE-Katastrophe von Eschede zu schaffen, war eine anspruchsvolle Aufgabe. Und doch kann der verwirklichte Entwurf, aber auch keine andere Lösung, allen persönlichen und individuellen Anforderungen von mittelbar und unmittelbar Betroffenen gerecht werden. Eine Gedenkstätte kann Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass Trauerarbeit und eine annähernde Bearbeitung des Geschehens gelingen kann. Das ist ihr begrenzter Auftrag. Sie kann und will die gedankliche Auseinandersetzung mit der Katastrophe und ihren Opfern nicht ersetzen.

Darüber haben Gespräche und Vermittlungsbemühungen des Arbeitskreises mit Escheder Bürgern und Vertretern der Selbsthilfe Eschede stattgefunden. Insbesondere die Vorschläge von Angehörigen der Selbsthilfe Eschede haben Eingang in die Gestaltung der Gedenkstätte gefunden: der erläuternde Text zur Katastrophe am Tor sowie die Integration der Namen der getöteten Opfer auf der Stele im Bereich des Kirschgartens. Dadurch wurde vom ursprünglichen Konzept der Entwurfsverfasser zumindest in diesen Bereichen nicht unwesentlich abgewichen. Der geduldige und einfühlsame Dialog der Architekten führte zu einem Entwurf, den Anja Brüning und Wolfgang M. Pax als Projektverantwortliche gemeinsam mit dem Arbeitskreis verantworten. Im Frühjahr 2001 wurde er verwirklicht.

Am 11. Mai 2001 wurde die Gedenkstätte Eschede in Anwesenheit von rund 400 Angehörigen der Opfer, Ehrengästen sowie zahlreichen Helfern und vielen Eschedern eingeweiht. Die Anlage befindet sich in der Obhut des Landkreises Celle und der Samtgemeinde Eschede.