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Jahresrückblick 2019

16.12.2019

Verehrte Bürgerinnen und Bürger,

 

heute möchte ich Ihnen anlässlich des nahenden Weihnachtsfestes und des bevorstehenden Jahreswechsels einen besonderen Gruß zukommen lassen, verbunden mit einem kleinen Rückblick auf einige Ereignisse in unserer Gemeinde.

 

Der am Jahresanfang von der Celle Uelzen Netz (CUN) angekündigte Breitbandausbau in der Gemeinde Eschede wurde von Beginn an vom Bürgermeister und allen Fraktionen im Gemeinderat begrüßt. Die Euphorie ist jedoch etwas geschwunden, da die geforderte 40 % Beteiligung nicht erreicht wurde und lange Zeit nicht zu vernehmen war,  wie es weiter geht. Auch als verlautet wurde, dass zunächst im Cluster 1 ausgebaut wird, machte sich Frust breit, denn viele Anwohner aus den übrigen Clustern, die sich für einen Ausbau entschieden hatten, kamen sich abgehängt vor. Die CUN hat schließlich entschieden, dass der Kernort gänzlich ausgebaut wird, Ausschreibungen durchgeführt und mittlerweile auch Bauunternehmen gefunden, die ab 2020 beginnen und Kabel verlegen. Wir möchten jedoch auch, dass Breitband in Endeholz, Habighorst, Höfer und Scharnhorst verlegt wird. Außer in Scharnhorst wird es daher im Frühjahr in den vorgenannten Orten Bürgerversammlungen geben, um das Interesse abzufragen. Machen Sie mit bei der Entscheidung für eine zukunftsweisende Technologie in Ihren Orten.

 

Im Sommer wurde die 30-jährige Patenschaft mit der Gemeinde Barneville-Carteret in der Normandie begangen. Die Partnerschaft hat sich seit ihrem Bestehen  zu einer wirklichen Freundschaft zwischen den Menschen aus den Kommunen entwickelt. Dies ist vor allem der Verdienst derjenigen, die sich während dieses langen Zeitraumes für Begegnungen zwischen den Menschen eingesetzt haben. Die Partnerschaft wurde in Eschede stets durch die Vereine und Verbände unterstützt und gemeinsam mit Rat und Verwaltung getragen. In den letzten 15 Jahren wurde sie jedoch vom Freundeskreis Barneville-Carteret organisiert und gelebt. Sicherlich stellt die sogenannte große Politik die Weichen und setzt den Rahmen der Beziehungen zwischen den Völkern. Aber ob dieser Rahmen mit Leben erfüllt ist, hängt doch im Wesentlichen davon ab, ob Menschen sich tatsächlich begegnen und kennen lernen, ob neben den offiziellen Kontakten auch freundschaftliche Berührungspunkte zwischen den Bürgerinnen und Bürgern entstehen. Wir freuen uns auf die Freunde aus der Normandie, sie  kommen im nächsten Jahr nach Eschede.

Große Freude kam auf, als das Land mitgeteilt hat, dass die Sanierung der beiden Freibäder in  Eschede und Höfer im Rahmen des Förderprogrammes Dorfentwicklung gefördert wird. In beiden Bädern, die seit mehr als 20 Jahren durch Betreibergesellschaften betrieben und sehr rührige Fördervereine unterstützt werden, ist Sanierungsbedarf. Sie wurden zwar nach Umwandlung in die neue Betriebsform umfassend saniert, jedoch sind die Folien, Durchschreitebecken, Technik und einiges mehr umfassend  zu erneuern. Ohne die entsprechende Förderung des Landes wäre das nicht möglich. Das Land beteiligt sich mit 73 % an den Sanierungskosten, die sich für beide Bäder auf über 1 Mio. Euro belaufen. Die Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung Barbara Otte-Kienast hat während Ihres Besuches im Sommer in Eschede das Engagement der ehrenamtlichen Helfer in Eschede und Höfer gelobt und zum Ausdruck gebracht, dass das Bad ohne dieses Engagement  nicht funktionieren würde, und der Zuschuss des Landes gut angelegtes Geld ist. Die Sanierung wird nach der Saison 2020 erfolgen.

Im Rahmen des vorgenannten Förderprogrammes und mit ebenfalls 73%iger Förderung wurden 4 Projekte realisiert, die nahezu fertiggestellt sind:

Die Straßenbeleuchtung in der Marinesiedlung wurde erneuert, erstrahlt durch LED-Beleuchtung in neuem Lichte und kann ein Vorbild für weitere Maßnahmen sein. Der Vorplatz zum ehemaligen Bergwerk Mariaglück wurde neu gestaltet und erinnert alle Menschen die daran vorbeikommen, dass in Höfer über viele Jahrzehnte Salz abgebaut wurde, was vielen Menschen in der Region Lohn und Brot gebracht hat. Die Zuwegungen zum Dorfgemeinschaftshaus in Habighorst, dem „Grethehof“ wurde neu gestaltet, und genau wie das Gebäude von außen, mit moderner Beleuchtung versehen. Der Außenbereich des Schützenhauses in Habighorst wurde mit neuen Treppen, Zuwegungen, Zaun und Bepflanzungen neu gestaltet und insbesondere die Habighorster freuen sich über ihre neu gestalteten Anlaufpunkte.

Im Sommer konnte der Freiwilligen Feuerwehr Eschede der 1. Bauabschnitt des neuen Feuerwehrgerätehauses, also die Fahrzeughalle, zur Nutzung übergeben werden. Derzeit wird der 2. Bauabschnitt, der Sanitär- und Umkleidebereich erstellt, der voraussichtlich Anfang des Jahres zur Nutzung übergeben wird. Eine Einweihung mit einem Tag der offenen Tür wird im Mai erfolgen, der Termin steht noch nicht fest.

Das zentrale Projekt in Eschede, die Umgestaltung des Glockenkolks schreitet voran, wenngleich außer Abbruch bisher nicht viel zu sehen ist. Auf den abgebrochenen Flächen entsteht der Bürgerpark, der im Wesentlichen die Zuwegung zur KiTa Eschennest enthält, wo zudem Parkraum geschaffen wird, ein HotSpot entsteht, und eine neue barrierefreie Treppenanlage zwischen Eschenhalle und Schulhof errichtet wird. Die Ausschreibung dazu läuft. Die Planungen für die Umnutzung der ehemaligen Oberschule zu einem Dorfzentrum sind abgeschlossen, der Bauantrag ist gestellt. Für die weitere Freiflächengestaltung des Glockenkolks wurden die Pläne in den Gremien erörtert und Zuschussanträge gestellt.

Im Eiltempo wurde im Dorfzentrum Höfer eine Krippengruppe provisorisch untergebracht, nachdem eine nicht unerhebliche Nachfrage entstanden ist. Eine Dauerlösung ist das nicht, daher wurden Überlegungen angestellt, die KiTa Eschennest zu erweitern, um der Nachfrage gerecht zu werden. Derzeit werden alle weiteren in Frage kommenden Möglichkeiten geprüft. Das Ziel der Gemeinde besteht darin, das Angebot an Krippen- und KiTa-Plätzen durch bauliche Maßnahmen dauerhaft zu erweitern, zudem der Vereinbarkeit von Beruf und Familie in stärkerem Maße gerecht zu werden.

Große Trauer rief in Höfer und der gesamten Gemeinde Eschede die Todes-Nachricht von Michael Cruse hervor. Höfers Ortsbürgermeister und langjähriger Lokalpolitiker verstarb am 31.Mai 2019 im Alter von 62 Jahren. Als Sohn eines Bergmannes geboren ist er in Höfer aufgewachsen, hat hier seine Familie gegründet und sich mit Leidenschaft für seinen Ort eingesetzt. Auf Lokal- und Kreisebene hat er sich politisch betätigt, saß in vielen Ausschüssen und hat sich darüber hinaus ehrenamtlich engagiert, wo immer er gebraucht wurde.

Im August wurde Michael Teske, bisher Stellvertreter von Michael Cruse, als neuer Ortsbürgermeister in Höfer gewählt. In Habighorst wurde im Juli des Jahres Marc Dornbusch zum neuen Ortsbürgermeister gewählt, da der bisherige Amtsinhaber Thomas Munder verzogen war. In den wohl verdienten politischen Ruhestand ist Gerd Bakeberg Ende August dieses Jahres getreten. Seine Nachfolge übernahm als stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Eschede die Ortsbürgermeisterin Stephanie Bölke.

Unser Bürgerbus ist eine segensreiche soziale Einrichtung, die von ihrem ehrenamtlichen Engagement getragen wird. Der Bürgerbus braucht ausreichend Fahrer, und es ist außerordentlich erfreulich, dass sich allein seit Ende August sechs neue Fahrer gefunden haben. Jetzt stehen sechzehn Fahrer zur Verfügung, und damit ist dankenswert die Zukunft des Bürgerbusses zunächst gesichert. Der Vorstand hat sich zudem  komplett erneuert. Wilhelm Lilje steht jetzt dem engagierten Team vor.

Wir freuen uns besonders, dass die Sparkasse Celle-Gifhorn-Wolfsburg sich entschieden hat, am Standort Eschede in eine neue Zweigstelle zu investieren, die mittlerweile eröffnet wurde und die ein neuer Anlaufpunkt in der Ortsmitte ist. Es ist ein starkes Signal für Eschede, worüber wir uns sehr freuen. Viel Erfolg.

Seit dem Sommer werden mit einem potentiellen Investor Gespräche geführt, um auf dem Gelände des ehemaligen Korpsdepot Am Aschenberg eine Photovoltaikanlage zu installieren. Auf dem Gelände wird zurzeit auf einer Fläche von 25 ha Kies und Sand abgebaut, auf der Restfläche von 65 ha soll eine Photovoltaikanlage in einer Größenordnung von 75 MW entstehen und betrieben werden, die künftig 30.000 Haushalte mit Strom versorgen kann. Es ist ein ehrgeiziges Vorhaben, welches angesichts der Diskussionen um die Klimakatastrophe für Eschede und die Region eine besondere Bedeutung hat. Zudem ist vorgesehen, dass über sog. Bürgergesellschaften entsprechende Genossenschaftsanteile erworben werden können, und die Menschen auch vom Erfolg eines solchen Unternehmens profitieren.

 Die Überlegungen das jetzige Rathaus in die ehemalige Grundschule zu platzieren und die Funktionsräume aus der ehemaligen Grundschule ins jetzige Rathaus zu integrieren, nehmen Formen an. Für beide Vorhaben wurde ein Planungsbüro beauftragt, um  die entsprechenden Kosten zu ermitteln. Angesichts nur zeitlich begrenzter Verfügbarkeit von sogenannten KIP Fördermitteln muss im Frühjahr des nächsten Jahres eine Entscheidung über die Realisierung des Projektes getroffen werden.

Angesichts von Einwohner Rückgang und keinem verfügbaren Bauland im Zentralort, beschäftigt sich die Gemeinde mit der Ausweisung von weiterem Bauland. Es wurde eine Fläche am östlichen Ortsrand gefunden, zudem hat sich ein Investor bereit erklärt die Fläche zu entwickeln und damit Bauland zu schaffen. Die Gemeinde wird dazu einen Bebauungsplan aufstellen und hat das Verfahren zur Auslegung und Beteiligung der Träger öffentlicher Belange beschlossen. Im Verfahren der Auslegung haben die Bürgerinnen und Bürger von der Möglichkeit Gebrauch gemacht Einsicht in die Unterlagen zu nehmen und Einwendungen geltend gemacht. Die Mitglieder der neu gegründeten Bürgerinitiative haben zum Ausdruck gebracht, dass sie keine Einwendungen gegen das neue Baugebiet haben, sondern vielmehr eine Zuwegung über die L283 wünschen. Mittlerweile hat die Straßenbauverwaltung in einer klaren Stellungnahme dargestellt, dass eine Zuwegung über die L283 nicht genehmigt wird. Die Gemeinde wird die Stellungnahmen, die im Rahmen der  Auslegung eingegangen sind, analysieren, bewerten und sich im Zuge des nächsten Verfahrensschrittes, der Abwägung, weiter mit dem Thema beschäftigen.

Wie wir bereits informiert haben, findet am 21.12. angesichts der angemeldeten Demonstrationen eine eigene Veranstaltung der Gemeinde und der Kirchengemeinde Eschede statt.  Sie trägt das Motto „Unsere starke Stimme für Eschede“ und findet von 18 bis 19.30 Uhr in der Glockenkolkhalle in Eschede statt. Es wird eine Musikalische Veranstaltung am Vorabend des 4. Advents sein, die ein betont lockeres Format aufweisen wird, und wo im Rahmen der Moderation auch Menschen gefragt oder interviewt werden. Ich würde mich freuen Sie dort zu begrüßen, evtl. als Multiplikator zu gewinnen, so  dass wir einen breiten Zulauf erfahren und als Escheder tatsächlich unsere Stimme erheben.

Ich möchte  allen Bürgerinnen und Bürgern herzlich danken, die sich in unserer Gemeinde auf die vielfältigste Art ehrenamtlich und unentgeltlich für ihre Mitmenschen einsetzen. Nur durch das Engagement vieler Menschen an verschiedenen Stellen ist unsere Gemeinschaft in der Lage, ein breites Angebot -  in unserer Gemeinde insbesondere für unsere Kinder und Jugendlichen - zu unterbreiten.

Zum Abschluss wünsche ich Ihnen  ein fröhliches Weihnachtsfest  und alles Gute für ein neues Jahr 2020, vor allem Gesundheit und Frieden.

Ihr

Günter Berg

Bürgermeister