Jahresrückblick 2021

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger der Gemeinde Eschede, 

 

am Ende dieses Jahres möchte ich Ihnen herzliche Grüße übermitteln und einen kleinen Überblick über einige Ereignisse in unserer Gemeinde im vergangenen Jahr vornehmen. Nun endet dieses Jahr wie das vergangene in der Corona-Pandemie, und viele haben im Sommer nicht erwartet, dass die Infektionszahlen in diesem Winter noch heftiger ansteigen werden, als vor einem Jahr. Wir haben dieses Jahr aber einen entscheidenden Vorteil gegenüber dem vergangenen: wir haben jetzt sehr gut wirksame Impfstoffe im Kampf gegen die Pandemie. 

Daher auch meine ganz persönliche und dringende Bitte: Lassen Sie sich impfen, wenn Sie bislang noch Vorbehalte dagegen oder keine Gelegenheit hatten, lassen Sie sich Boostern, um sich selbst sowie Ihre Lieben und Ihre Mitmenschen zu schützen und einen Beitrag gegen menschliches Leid und wirtschaftlichen Schaden zu leisten. Nur durch eine gemeinsame Anstrengung kann es uns gelingen, in ein normales Leben zurück zu kehren, Veranstaltungen zu planen, wieder unsere Schützenfeste, Weihnachtsmärkte und vieles mehr zu feiern.

 

Die junge Geschichte des Bürgerbusvereins ist eine Erfolgsgeschichte. Wenngleich der Bürgerbus pandemiebedingt nur noch zu etwa 20 Prozent ausgelastet war, bekam der Bürgerbusverein ein neues Fahrzeug, nachdem der alte Bus mit über 328 000 gefahrenen Kilometern seinen Zweck erfüllt hatte. Der neue Bus kann abgesenkt werden, um Fahrgästen mit Rollatoren oder Rollstühlen den Einstieg zu erleichtern. Außerdem hat er eine Klimaanlage und viele weitere technische Verbesserungen. 

 

Die Freibäder in Eschede und Höfer konnten in diesem Jahr nach einem Jahr umfangreicher Sanierung wieder für Badegäste eröffnet werden. Über 1 Mio. Euro hat die Sanierung der beiden Bäder gekostet, wobei die Maßnahmen nur mit Hilfe der umfangreichen Fördergelder des Landes, durch den Eigenanteil der Gemeinde und durch die tatkräftige Unterstützung vieler freiwilliger Helfer realisiert wurden. Ohne die Eigenleistungen wäre die Runderneuerung der Bäder in diesem Umfang nicht möglich gewesen. Dies ist ein großartiges Beispiel für Engagement in unserem Gemeinwesen. In Zeiten klammer Kassen von Ländern und Kommunen können Zuschüsse manche Projekte kaum durchführbar machen, und wenn dann auch Sponsorengelder nicht ausreichen, können nur die fleißigen Hände der freiwilligen Helfer dazu beitragen. Sie sind bereit, sich für ihre Herzensangelegenheit zu engagieren, die dann auch für alle zur Lebensqualität im Gemeinwesen beiträgt. Zudem hat sich der Förderverein des Freibades Eschede mit seinem neuen Vorsitzenden Sascha Kasimir beim Radiosender ffn beworben und wurde bei der Verlosung zum „Spielplatzsommer 2021“ als einer der Gewinner gezogen. Mit Hilfe der Fördergelder wurde im Freibad Eschede ein neuer Spielplatz in Eigenleistung erstellt, den es in dieser Kategorie in der Gemeinde bisher nicht gibt. Er wurde nach der Badesaison in einer Eröffnungsfeier den Kindern zur Nutzung übergeben. 

 

Derzeit ist im Glockenkolk eine weitere Baustelle eingerichtet: neben den laufenden Umbauarbeiten der ehemaligen Oberschule zum Bürgerhaus werden zur Vorbereitung der Sanierung der Glockenkolkhalle die Abwasserleitungen erneuert und der Schulhof ist dazu eine große Baustelle geworden. Zur Sanierung der Glockenkolkhalle, die im Frühjahr beginnt und an der sich das Land zu 80% an den Kosten für die Sanierung des Hallenfußbodens, der Sanitäranlagen und der Beleuchtung beteiligt, sind die vorgenannten vorbereitenden Arbeiten erforderlich, denn die alten Kanäle aus den sechziger Jahren bedürfen einer dringenden Erneuerung. Zum Umbau der alten Grundschule zum Rathaus wurde in einem 1. Schritt die Dachsanierung der alten Grundschule fällig, und auch hier mussten die benötigten 160 000 Euro nur zu 10% von der Gemeinde finanziert werden. Die derzeit teuersten Projekte in der Gemeinde Eschede sind die Nachnutzung der ehemaligen Oberschule und die Umgestaltung der „Zentralen Mitte Glockenkolk“. Im Zuge der Umgestaltung des Glockenkolk-Areals ist in diesem Jahr das Gebäude Rebberlaher Straße 3 abgebrochen worden. Einst als Wohnhaus für die Familie des Mühlenbesitzers Flohr erbaut, hat dieses Gebäude rund 30 Jahre als Jugendtreff gedient. Die Jugendlichen werden neue Räumlichkeiten im Erdgeschoss des neuen Bürgerhauses bekommen. Mit dem Abriss wurde der Weg geebnet für einen freien Blick zur Flohrmühle und es wurde Platz geschaffen für Parkplätze für das neue Bürgerhaus und für die Sporthallen. 

 

Im neuen Bürgerhaus, der ehemaligen Oberschule, ist der Baufortschritt jetzt deutlich erkennbar und die einzelnen „Nutzungseinheiten“ nehmen Gestalt an. Leider verzögert sich die Fertigstellung aus Gründen, die wir und die Planer nicht beeinflussen können. Die Situation am Handwerker- und Baustoffmarkt ist wie sie ist - angespannt. Aber die Fertigstellung ist fest auf das im Frühjahr 2022 geplant. Die Gemeinde Eschede wird am „Tag der Städtebauförderung“ am 14. Mai 2022 teilnehmen und das neue Haus vorstellen und der Bevölkerung übergeben. Wir sind uns aber auch sicher, dass das Bürgerhaus bereits vorher genutzt werden kann und auch wird. 

 

Der Bürgerpark rund um den Hotspot wurde sehr gut bewertet, wie uns die vielen positiven Äußerungen zeigten, und wir freuen uns, dass jetzt auch die Abschnitte „Freiraumplanung Glockenkolk zwischen Escher Musenmöhl, Glockenkolkhalle und Rathaus“ (Abschnitt B) und „Freiraumplanung Glockenkolk zwischen Glockenkolkhalle, Bürgerhaus und Grundschule“ (Abschnitt C) gemeinsam mit dem Planungsbüro Früh aus Hannover in Angriff genommen sind. Das Glockenkolk-Areal wird neu strukturiert, gestalterisch aufgewertet und auf die Bedürfnisse der den Park nutzenden Menschen angepasst, mit Aufenthaltsplätzen und Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung für Jung und Alt. 

 

In Zusammenarbeit mit „#Netzwerk“, - einer Gründung des Wirtschaftsvereins CelleCreativ, der Sparkasse Celle-Gifhorn-Wolfsburg und der Stadt Celle – und der Gemeinde Eschede entsteht ein Netzwerk-Projekt im Bahnhof Eschede. Mit Ausnahme der Stadt ist es das erste im Landkreis Celle. Eine entscheidende Rolle spielt dabei der vorhandene schnelle Glasfaseranschluss für das Internet. Die Idee für den Bahnhof Eschede ist, dass Pendler aus dem Metronom in Eschede aussteigen und direkt ins Büro mit dem schnellen Glasfaseranschluss gehen können. Die Büros können tage-, wochen- oder monatsweise gemietet werden, und das bringt den Nutzern finanzielle Vorteile gegenüber der langfristigen Mietung kommerzieller Büros. Und gerade in der derzeitigen Situation ist es sicherlich für manche begrüßenswert, aus der Homeoffice-Situation herauszukommen. 

Im Oktober wurden die „Coworking-Spaces“ offiziell eröffnet. Zunächst sollen sechs Arbeitsplätze in zwei Räume zur Verfügung stehen, zwischen diesen Büroräumen ein sogenannter Open-Space, so etwas wie ein Internet-Cafe. 

 

Am 27. Juni 2021, dem Tag der Architektur, an dem jährlich besondere NeubauObjekte der Öffentlichkeit vorgestellt werden, konnte das Feuerwehrgerätehaus am Jahnplatz besichtigt werden. Seit dem Mai 2020 ist es in Betrieb. Mit seiner Holzbauweise hatte dieses rund 2,4 Millionen teure Gebäude auch die Architektenkammer Niedersachsen überzeugt. Es wurde komplett mit dem Rohstoff Holz bearbeitet, ist CO2-bindend und somit gut für den Klimaschutz. Das Gebäude wurde in einer Feierstunde im Oktober eingeweiht und der Feuerwehr zur Nutzung übergeben. An der Finanzierung haben sich das Land mit einer knappen Million und der Landkreis Celle mit einer knappen halben Million Euro durch Zuschüsse beteiligt. 

 

Auch in diesem Jahr war der NPD-Hof am Finkenberg ein Thema in der Gemeinde. Im Sommer wurde Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius im Rahmen einer Petition eine Mappe mit fast 40 800 Unterschriften überreicht. Der Minister machte dabei deutlich, dass eine Schließung dieses NPD-Zentrums aus rechtsstaatlichen Gründen ohne weiteres nicht möglich ist, aber der Rechtsextremismus die größte Gefahr für die Demokratie ist. Bleiben wir also weiterhin wachsam und lassen nicht locker im Engagement gegen die Umtriebe auf diesem Hof, nach den Regeln des Rechtsstaates, aber mit aller Konsequenz. Das Bündnis gegen Rechtsextremismus in Eschede, das Netzwerk „Südheide gegen Rechtsextremismus“, weitere Bündnisse aus dem Landkreis Celle und der Region, viele Escheder Bürgerinnen und Bürger, engagieren sich ja schon lange gegen rechte Umtriebe auf diesem Hof, der seit 2019 der NPD gehört. 

 

Seit 2017 läuft nun die Dorfentwicklung „Dorfregion Aschau-Niederungen“ in der Gemeinde Eschede mit den Ortschaften Eschede, Habighorst und Höfer sowie Orten aus der Samtgemeinde Lachendorf. Dabei wurden in den vergangenen Jahren viele Projekte sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich umgesetzt. 

Die Umsetzung der Projekte erfolgte überwiegend durch Firmen aus der Region. Somit hat die Förderung weit mehr Auswirkung als nur die Verbesserung der Ortsbilder, sie wirkt sich auch positiv auf die heimische Wirtschaft aus. Weitere Projekte wurden für 2022 beantragt. So soll die Kreuzung in der Ortsmitte von Habighorst verkehrsberuhigend umgestaltet werden, wobei das Denkmal einbezogen wird, Vordach und Heizungsanlage der Friedhofskapelle Habighorst sollen saniert werden. Im privaten Bereich wurden Projekte mit mehr als 500.000 € gefördert. Auch hier wurden Anträge für eine Umsetzung im Jahr 2022 eingereicht. Nun wurde der Förderzeitraum für die Dorfentwicklung bis 2023 verlängert. So besteht sowohl im öffentlichen Bereich als auch privaten Bereich noch einmal die Chance Anträge auf Fördermittel zu stellen. 

 

In wenigen Tagen wird das Jahr 2021 seinen Abschied nehmen. Und auch ich möchte mich von Ihnen verabschieden. Nach rund 16-jähriger Amtszeit zunächst als Samtgemeindebürgermeister, nach der kommunalen Neugliederung als Bürgermeister der Gemeinde Eschede, gehe ich zum Jahresende in den Ruhestand. Mit Freude habe ich die vielen Jahre in unserer schönen Gemeinde in meinem Amt gedient. Ich möchte mich bei Ihnen allen bedanken, die mich in dieser Zeit begleitet und unterstützt haben. 

 

Als mein Nachfolger im Amt wurde bei der Bürgermeisterwahl im September dieses Jahres mit großer Mehrheit Heinrich Lange gewählt. Ab 1. Januar 2022 wird er nun die Geschicke im Rathaus Eschede lenken. Ich wünsche ihm alles Gute, eine glückliche Hand und Erfolg bei den anstehenden und zu bewältigenden Aufgaben in der Gemeinde Eschede. 

 

Ihnen und allen Angehörigen wünsche ich ein friedvolles Weihnachtsfest, Gesundheit und ein gutes Jahr 2022. 

 

Eschede, im Dezember 2021